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Handelshaus Gollnest & Kiesel finanziert die vierte 'cause-Schule

Eine Schule für das Dogon Land

(Güster, Februar 2004) Die Schule entsteht im nördlichen Teil des Dogon-Landes, einem Teil des Sahelgebiets, das als ausgesprochene Armutsregion gekennzeichnet wird. Das Leben dort ist hart für alle und jeder kämpft um seine Existenz. Migrationsarbeit und Arbeitssuche außerhalb des eigenen dörflichen Umfelds sind seit jeher üblich. Zur Arbeitssuche außerhalb des Dorfes gehört die Arbeitsvermittlung als üblicher Brauch. Arbeit, auch harte Arbeit, ist für Kinder und Jugendliche notwendiger Bestandteil des Sozialisationsprozesses. Arbeit wird in diesem Zusammenhang mit Lernen gleichgesetzt. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen praktischer Fertigkeiten, sondern auch um Durchhaltevermögen gegenüber der Härte des Lebens, um Respekt, Gehorsam, Solidarität und die frühe übernahme von Verantwortung.

Diese Haltung führt zu fließenden Grenzen zwischen einer akzeptierbaren und kulturell tief verwurzelten Arbeit als Lernprozess für die Kinder gegenüber einer wirtschaftlichen Ausbeutung und Schädigung von Kindern.

Ebenso fließend verlaufen die Grenzen zwischen der traditionellen Vermittlung von Kindern in Arbeitsverhältnisse und einem kriminellen Händlerwesen.

In Mali verfügen die Menschen über weniger als 1 $ Einkommen pro Kopf und Tag. Etwa 70% der Menschen in Mali leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung beträgt etwa 45 Jahre, 90% der Frauen und 80% Männer sind Analphabeten, für Jugendliche fehlen berufliche Perspektiven.

Auf dem Lande stellen sich diese Zahlen noch dramatischer dar, die Erwerbsquelle hier sind fast ausschließlich die Erlöse aus landwirtschaftlicher Produktion.

Die Armut ist allgegenwärtig und bedeutet unzureichende Lebensmittelversorgung, fehlende Gesundheitsversorgung, sehr hohe Kindersterblichkeit, geringe Bildungschancen, unzumutbare Unterkünfte, schlechte Trinkwasserversorgung, fehlender Zugang zu Informationen, hohe Erwerbslosigkeit.

Mehr als die Hälfte aller Kinder gehen einer gewerbsmäßigen Arbeit nach, wobei Kinderarbeit gerade in Mali, angesichts eines weitgehend fehlenden Schulbildungssystems, einen wichtigen Sozialisationsbaustein darstellt. Unter dem Druck der Armut wandelt sich die Tradition zum Nachteil der Schwächsten. Die Belastbarkeit der Kinder, die Zumutbarkeit von Tätigkeiten und Lebensumständen wird unter diesem Druck über das Maß ausgereizt.

Gewerbsmäßiger Kinderhandel findet im Dogon Land in erheblichem Umfang statt, wenngleich darüber keine Zahlen vorliegen. Die Kinder werden für gewerbsmäßige Arbeit in die Küstenregionen Westafrikas „vermittelt“ und kehren oft erst als Erwachsene in ihre Heimat zurück, wobei die Verwurzelung der Menschen eine wichtige kulturelle Bedeutung hat. Jungen werden als Pflanzer an die Elfenbeinküste verkauft, Mädchen werden nach Gabun und Nigeria gebracht und arbeiten dort als Kleinhändlerinnen oder in privaten Haushalten.

Die Kinder werden in Lagern festgehalten und isoliert, sie leisten schwere körperliche Arbeit auf den Plantagen, nicht selten 12 bis 15 Stunden täglich. Dabei werden sie streng bewacht und von der Außenwelt abgeschottet. Drohungen und Gewalt sind an der Tagesordnung – sogar von Ritualmorden wird berichtet. Die Kinder werden mangelhaft ernährt und schlafen nicht selten angekettet auf dem Boden. Mädchen, die in Gabun oder Nigeria ausgebeutet werden, werden oft auf überfüllten Kähnen über das offene Meer in die Bestimmungsländer verbracht. Immer wieder hört man von Vorfällen, nach denen kranke Kinder von den Menschenhändlern einfach über Bord geworfen werden. Auch die Mädchen erhalten häufig keinen Lohn, auch sie werden Opfer von Gewalt – vielfach auch sexueller Gewalt. .

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