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Gollnest & Kiesel stellt jährliche
Waldförderung für Schleswig-Holstein ein
(Güster, 10. März 2006) Es sollte eine
gute Tradition werden: Gollnest & Kiesel, Spielzeughersteller aus
dem schleswig-holsteinischen Güster, spendet für jedes neugeborene
Kind im nördlichsten Bundesland jedes Jahr einen Baum für einen
neuen Wald. Das Geschenk an das Gemeinwohl wird in diesem Jahr eingestellt.
In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen jeweils rund 25.000
Bäume an das Land gespendet, für jedes neugeborene Kind einen Baum.
Das Engagement war langfristig geplant und sollte in den Folgejahren
fortgesetzt werden. Die Entschlossenheit der Landesregierung, die
vorhandenen öffentlichen Wälder an private Eigentümer zu veräußern,
lasse ein weiteres Engagement in Projekte des Landes nicht mehr zu,
bedauern Inhaber Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel.
Im so genannten "Schlie-Bericht" zur Verwaltungsmodernisierung und
Entbürokratisierung wurde erstmals die Privatisierung der
Landesforsten und -wälder gefordert. Gollnest & Kiesel hat bereits
vor der Veröffentlichung des Berichts gegen dieses Vorhaben
energisch protestiert. Wälder sind eine öffentliche Aufgabe, sie
dienen der Gesundheit und Erholung der Menschen, für Kinder sind sie
aus pädagogischer Sicht von großer Bedeutung und die wirtschaftlich
erfolgreiche Nutzung wird in den kommenden Jahren erheblich an
Bedeutung gewinnen. Warum sollte ein Wirtschaftsgut heute zu einem
Schleuderpreis veräußert werden, das bereits morgen gewinnbringend
genutzt werden könnte? Die Weltmarktpreise für Nutzholz steigen.
Noch im November vergangenen Jahres freute sich Finanzminister
Wiegard über die Baumspende, der er in Söhren bei Bad Segeberg
beiwohnte. Das Forstamt Trittau hatte eine Neuwaldbildung begonnen.
Er betonte die Bedeutung sozialen Engagements von Unternehmen und
wünschte, es würden noch mehr Unternehmen soziale und ökologische
Verpflichtungen wahrnehmen. Ausgesprochen freundschaftlich und im
besten Einvernehmen verlief ein anschließendes Gespräch beim
gemeinsamen Mittagessen.
Kurz darauf wurde das Schlie-Papier veröffentlicht, das die
Veräußerung auch der gerade dankbar entgegengenommenen Baumspende
vorsieht.
In einem Schreiben vom 06. März macht Minister Wiegard klar, er
wolle die Landesforsten privatisieren.
Gollnest & Kiesel unterstützt ausdrücklich den Entschließungsantrag
der FDP-Landtagsfraktion vom 8. März 2006 zum Erhalt der
Landesforsten und ebenso die Erklärung der umweltpolitischen
Sprecher der SPD-Fraktion vom 18.01.2006.
Als einer der bedeutendsten europäischen Hersteller von
Holzspielzeug, wird Gollnest & Kiesel weitere Baumspenden für das
Land Schleswig-Holstein vorläufig einstellen.
Reaktionen
Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes über die Anstalt
Schleswig-Holsteinische Landesforsten
(Güster, 2. November 2007)
Sehr geehrte Mitglieder des Umwelt- und
Agrarausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags,
vielen Dank, dass Sie unsere Initiative für den Erhalt der
Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und unser Engagement für
Neuwaldbildung in öffentlichem Besitz durch die Zusendung des
Entwurfs eines Gesetzes über die Anstalt Schleswig-Holsteinische
Landesforsten gewürdigt haben.
Auf den verschiedenen Sitzungen der vergangenen Tage haben Sie die
sehr fachkundige Meinung verschiedener mit Forstaufgaben betrauter
Menschen erfahren. Wir sind (Holz-)Spielzeughersteller und haben bei
den Podiumsdiskussionen einen erheblichen Sachverstand unter den
Forstbediensteten und engagierten Waldschützern im Plenum
festgestellt, der manches Mal auf ebenso erhebliche Wissensdefizite
der Diskutanten auf dem Podium stieß. Dabei wurde klar, dass
insbesondere bei den Gemeinwohlbelangen (Neuwaldbildung, Umwelt- und
Naturbildung, Erholungsauftrag) mit dem zur Diskussion stehenden
Gesetz weder die personelle noch die finanzielle Ausstattung
ausreichend gesichert sind. Hier besteht, um die Ziele der geplanten
Anstalt zu erreichen, weiterhin erheblicher Gesprächsbedarf. Die
zweistündige Anhörung am 08.11.2007 reicht dafür nicht aus.
Ein halbfertiges Gesetz nutzt aber niemandem, erst recht nicht dem
Wald und den bis zum Termin der vorgesehenen zweiten Lesung im
Landtag am 12. Dezember entlassenen Mitarbeiter.
Die Anstalt soll nach betriebswirtschaftlichen Regeln arbeiten.
Jedes Unternehmen weiß, das ein unvollständiges oder fehlerhaftes
Produkt äußerst imageschädlich ist und es sehr teuer wird, ein
ramponiertes Image wieder zu reparieren.
Aus diesem Grund wird kein Unternehmen bewusst ein fehlerhaftes
Produkt vermarkten.
Wir erwarten von Ihnen, die Anstalt Landesforsten nicht mit einer so
schweren Hypothek zu beginnen. Bitte nutzen Sie jetzt den Rat und
das Wissen der fachkundigen Bediensteten. Sie werden Ihnen gerne
helfen, eine funktionstüchtige Basis für die Anstalt Landesforsten
zu erarbeiten.
Das dies nicht mehr im Hau-Ruck-Verfahren zu erreichen ist, ist
deutlich geworden. Deshalb sollten Sie sich von dem engen
Terminplan, das Gesetz bereits zum 1. Januar 2008 zu verabschieden,
frei machen. Dieser Zeitplan ist für ein sorgsam erarbeitetes
Gesetzesvorhaben nicht mehr einzuhalten und auch nicht damit
begründbar, das Geschäftsjahr der Anstalt müsse am 1. Januar
beginnen. Viele große Wirtschaftsunternehmen haben Geschäftsjahre,
die mit dem 1. September oder Oktober unabhängig vom Kalenderjahr
beginnen.
Holz wird als Rohstoff immer bedeutender und damit werden auch die
Preise für Holz weiter steigen. Es besteht kein Anlass zu der Sorge,
mit der Verschiebung der Gültigkeit des Gesetzes würde die
angestrebte profitable Nutzung des Landeswaldes in weite Ferne
geschoben.
Die Befürchtung, eine Anstalt öffentlichen Rechts könne nur ein
Zwischenstadium vor einer möglichen späteren Privatisierung
darstellen, bleibt angesichts der Diskussionen der vergangenen zwei
Jahre erhalten. Aus diesem Grund sollte das Gesetz den Willen der
Abgeordneten ausdrücken, eine mögliche spätere Privatisierung
auszuschließen. Die Formulierung muss klar und deutlich auch
späteren Generationen Politiker, die möglicherweise versucht sein
könnten, wieder nach Kassenlage entscheiden zu wollen, klarmachen
"Eine Privatisierung der Landesforsten ist ausgeschlossen".
Gollnest & Kiesel wird dann auch gerne wieder einen Beitrag zur
Neuwaldbildung in öffentlicher Hand leisten.
Wir haben keinen Zweifel, dass Ihre Intentionen mit denen der
Bediensteten in erheblichem Maße übereinstimmen. Sie sollten deshalb
auch inhaltlich deutlicher in das vorgesehene Gesetz einfließen.
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Unwürdiges Gezerre
um Landeswald geht unverändert weiter
Zum Beschluss der Landesregierung Schleswig-Holstein vom 14.11.2006
(Güster,
15. November 2006) "Das unwürdige Gezerre um den Landeswald in Schleswig-Holstein
geht unverändert weiter", stellt Gerhard Gollnest, Mitinhaber des
Holspielzeugherstellers Gollnest & Kiesel, zum Kabinettsbeschluss vom 14. November fest. Die überschrift, der
Verkauf sei endgültig vom Tisch, sei irreführend, wenn im gleichen Text die
Rechtsform einer GmbH mit privater Minderheitenbeteiligung angedacht werde.
"Wir
wissen, wie schnell aus einer privaten Minderheitenbeteiligung eine
Mehrheitsbeteilung und damit ein vollständiger Verkauf werden kann", führt
der studierte Volkswirt weiter aus und erinnert an auf diese Art eingeleitete
Privatisierungen bei Krankenhäusern. Der Landeswald müsse öffentliches Eigentum
bleiben, eine GmbH sei neben einer AG die denkbar schlechteste Betriebsform für
unsere Wälder, weil die Unsicherheit, was aus den Forsten werde, noch in die
Zukunft transportiert würde.
Der
Beschluss der Landesregierung stehe zudem in Widerspruch zu den Beschlüssen der
SPD-Fraktion, die die Landesregierung zusammen mit der CDU stelle. Am
vergangenen Mittwoch waren Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel mit den
SPD-Landtagsabgeordneten Sandra Redmann, Konrad Nabel und Olaf Schulze
zusammengetroffen und übereingekommen, eine GmbH würde den Interessen des
Waldes nicht gerecht werden können. Die Abgeordneten versicherten, die
SPD-Minister würden den Beschluss der Fraktion ebenfalls im Kabinett vertreten.
Dazu ist
es offensichtlich nicht gekommen! Jetzt herrscht ein unmögliches Kuddelmuddel,
die Diskussion um die Zukunft des Landeswalds gerät endgültig zu einer Posse, die
die Menschen in Schleswig-Holstein und die Mitarbeiter der Forstverwaltung
nicht verdient haben. Deren Kompetenz muss endlich in die Planungen der
Landesregierung gebührend einfließen.
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Sandra Redmann, Olaf Schulze und Konrad Nabel zum
Erhalt des Landeswalds
(08.11.2006) Der Arbeitskreis Umwelt und Landwirtschaft der SPD-Landtagsfraktion hat heute
die Firma Gollnest & Kiesel KG in Güster (Kreis Herzogtum Lauenburg)
besucht. Im Mittelpunkt der Gespräche mit der Firmenleitung, die sich aktiv und
presseöffentlich für den Erhalt des Landeswaldes in staatlicher Trägerschaft
eingesetzt hat, stand die Frage der künftigen Rechtsform für den Landeswald.
Hierzu erklärten Sandra Redmann, forstpolitische Sprecherin, Olaf Schulze
Wahlkreisabgeordneter aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, und Konrad Nabel,
Vorsitzender des Arbeitskreises :
„In der nächsten Woche wird das
Landeskabinett über die Zukunft des Landeswaldes entscheiden. Wie bereits
angekündigt, wird dann voraussichtlich der Stopp der Vollprivatisierung, also
des vollständigen Verkaufs des Landeswaldes, beschlossen werden. Dies ist ein
erster richtiger Schritt, den wir gemeinsam mit allen an der
Gemeinwohlausrichtung des Landeswaldes Interessierten mit erreicht haben. Die
Firma Gollnest hat durch aktive Öffentlichkeitsarbeit und gute Argumente hier
sehr hilfreich mitgearbeitet, dafür bedanken wir uns. Schwerpunkt der weiteren
überlegungen und damit auch Gegenstand des ausstehenden Kabinettsbeschlusses
wird die Klärung der Frage der künftigen Rechtsform des Landeswaldes und der
Forstverwaltung sein.
Von vielen Seiten erreichen uns die
Befürchtungen, dass der Stopp der Vollprivatisierung ein Pyrrhussieg darstellen
könnte. Eine GmbH mit privater Beteiligung kann schon bald die privaten
Interessen im Landeswald überwiegen lassen. Die SPD-Fraktion hat dazu einen
deutlichen Beschluss gefasst und der Landesregierung auf den Weg gegeben, dass
nur die Gründung einer eigenständigen Anstalt öffentlichen Rechts oder eines
optimierten Landesbetriebes eine zustimmungsfähige Lösung sein kann. Wir
bekennen uns klar dazu, dass die Gemeinwohlleistungen unbedingt im bestehenden
Umfang im gesamten Land erhalten bleiben
müssen.
Nach unseren Informationen wollen
Teile der Landesregierung von den überlegungen zur Gründung einer GmbH mit
privater Beteiligung nicht abrücken. Darüber hinaus scheint das
Landwirtschaftsministerium die Schotten dicht zu machen und auf den Fachverstand
der Forstfachleute für die weitere Arbeit verzichten zu wollen. Die
Informationspolitik des Ministeriums ist
mangelhaft.
Wir setzen darauf, dass das
Landeskabinett als Kollektiv hier eingreift und am nächsten Dienstag einen
Beschluss fasst, der im Einklang mit unserer Position und den Wünschen der
Menschen in Schleswig-Holstein steht, die private Interessen vom Landeswald
fernhalten
wollen.
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Landeswald
darf keine Aktiengesellschaft werden -
Arbeitskreis Umwelt und Landwirtschaft der
SPD-Landtagsfraktion besucht Gollnest & Kiesel
(Güster, 08.11.06) Gerhard
Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel empfingen heute die Mitglieder des
Arbeitskreises Umwelt und Landwirtschaft der SPD-Landtagsfraktion.
Sandra Redmann (forstpolitische Sprecherin), Olaf Schulze
(Wahlkreisabgeordneter Kreis Herzogtum Lauenburg) und Konrad Nabel
(Vorsitzender des Arbeitskreises) erneuerten die Zusage, ihre
Fraktion und alle von ihr gestellten Minister würden einer
Privatisierung oder Teilprivatisierung des Landeswaldes weder im
Parlament noch im Kabinett zustimmen.
Gollnest & Kiesel hatte im Januar die Öffentlichkeit über
Privatisierungspläne des Ministerpräsidenten und einiger Ministerien
informiert. Gleichzeitig hatte das Unternehmen mitgeteilt, die
Waldspende für das waldärmste Bundesland sofort einstellen zu
wollen. Bisher hatte der Holzspielzeughersteller in jedem Jahr für
jedes in Schleswig-Holstein geborene Kind einen Baum gepflanzt.
Diese Waldspende würde sofort wieder aufgenommen werden, wenn die
Pläne zur (Teil-) Privatisierung endgültig vom Tisch wären und
sichergestellt sei, dass es für die Bediensteten und Arbeiter im
Landeswald keine betriebsbedingten Kündigungen gebe, versicherten
die Firmeninhaber.
Am kommenden Dienstag wird das Kabinett über die
Privatisierungspläne befinden. Erst danach wird die künftige
Rechtsform des Landeswaldes geklärt werden können. Gollnest & Kiesel
sind sich mit den Arbeitskreismitgliedern einig, die Form eines
optimierten Landesbetriebes zu bevorzugen, wie er auch vom Bund
Deutscher Forstleute (BDF) favorisiert werde. Völlig indiskutabel
seien alle Pläne, eine GmbH oder gar eine Aktiengesellschaft Wald zu
initiieren, auch wenn die privaten Teilhaber (vorerst) in der
Minderheit blieben.
Die Gollnest & Kiesel KG ist einer der bedeutendsten
Holzspielzeughersteller Europas und das größte Spielzeugunternehmen
Norddeutschlands. Im Spielwaren- und Geschenkartikelhandel sind die
Marken HEIMESS (Baby-Spielzeug aus Holz, made in Germany), 'cause
und "TOYS pure" bekannt. Das Unternehmen wurde vor 25 Jahren von den
beiden Inhabern gegründet, die Marke HEIMESS existiert seit 50
Jahren. 1.800 verschiedene Produkte bilden eines der vielfältigsten
Sortimente der Spielzeugindustrie überhaupt.
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„Landesregierung verträgt keine privaten Teilhaber” - Goki warnt vor
Plänen der Landesregierung
Güster, 11. Oktober
2006) In einer Presseinformation des Landwirtschaftsministeriums
vom Dienstag bekundet Minister von Boetticher, er wolle den
Landeswald nach umfangreicher Prüfung und europaweiter
Ausschreibung eines Interessenbekundungsverfahrens nicht mehr
verkaufen. Vielmehr sei eine GmbH oder Aktiengesellschaft Wald
unter Einschluss privater Minderheitsbeteiligung denkbar.
Gerhard Gollnest von Gollnest & Kiesel
bewertet diesen Rückzug der Landespolitik als ersten Teilerfolg
des von seinem Holzspielzeug-Unternehmen initiierten öffentlichen
Kampagne gegen die Waldverkaufspläne der Landesregierung. "Jetzt
muss aber auch Schluss mit der Debatte sein", fordert er, "der
Landeswald bleibt öffentliches Eigentum. Von Boetticher versucht
mit der Einbeziehung privater Minderheitsbeteiligungen auf dem
Wege der Salamitaktik langfristig seine alten Ziele weiter
durchzusetzen. Das entspricht nicht dem Willen der Menschen, die
sich zu Tausenden für Ihren Wald engagiert haben."
Vor jeder Prüfung anderer
Organisationsformen müssten zunächst die inhaltlichen Kernfragen
geklärt sein. Die Gemeinwohlbelange Erholung, Naturschutz,
Waldpädagogik und Nachhaltigkeit dürften nicht zur Disposition
stehen. Zu allererst stehe die Frage, warum brauche der Wald eine
andere Organisationsform, wenn inhaltlich keine Veränderungen
vorgesehen seien.
Die Gollnest &
Kiesel KG ist einer der bedeutendsten Holzspielzeughersteller
Europas und das größte Spielzeugunternehmen Norddeutschlands. Im
Spielwaren- und Geschenkartikelhandel sind die Marken HEIMESS
(Baby-Spielzeug aus Holz, made in Germany), 'cause und "TOYS pure"
bekannt. Das Unternehmen wurde vor 25 Jahren von den beiden
Inhabern gegründet, die Marke HEIMESS existiert seit 50 Jahren.
1.800 verschiedene Produkte bilden eines der vielfältigsten
Sortimente der Spielzeugindustrie überhaupt.
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„Mogelpackung” - Bündnis Wald kritisiert Entscheidung der
Landesregierung
<Neumünster, 13. Oktober 2006> Der am 10. Oktober
2006 vom Forstminister Christian von Boetticher verkündete Verzicht
auf den Verkauf des Landeswalds bedeutet für das Bündnis Wald und
alle an einer gesicherten Zukunft des Landeswaldes interessierten
Bürger keine Entwarnung: Die Landesregierung spielt mit gezinkten
Karten, indem sie ihre Privatisierungspläne über eine Änderung der
Organisationsform weiter verfolgt.
So hat das Kabinett beschlossen, den Wald zwar
vorerst im Landeseigentum zu belassen, liebäugelt aber mit der
Umwandlung der Landesforst in eine GmbH oder Aktiengesellschaft.
Beide Unternehmensmodelle sind strikt privatwirtschaftlich, also
rein gewinnorientiert organisiert. Wie vom Landwirtschaftsminister
bereits angekündigt, sollen dafür die vom Landeswald bisher
wahrgenommenen Gemeinwohlbelange abgebaut werden. Auf ausdrücklichen
Wunsch des Ministerpräsidenten wird bei der Bildung einer GmbH auch
die Möglichkeit einer privaten Kapitalbeteiligung geprüft.
Diejenigen Konzerne und Bankkonsortien, die auf das
Interessenbekundungsverfahren reagiert haben, werden jetzt von der
Landesregierung gebeten, ihre Vorstellungen zur Organisation einer
GmbH und ihrer Beteiligung daran zu äußern. Dafür soll der
Landeswald nach Regierungswillen künftig seiner Erholungs-,
Naturschutz- und Umweltbildungsleistungen entledigt werden.
Zwar wird auch weiterhin die Möglichkeit einer
Errichtung einer Anstalt öffentlichen Rechts geprüft, doch steht
dieses Modell nur ganz unten auf der Liste. Dabei könnte eine
„Anstalt Landeswald Schleswig-Holstein“ oder eine Optimierung des
bisherigen Landesforstbetriebs wirklich zukunftsweisend sein: Damit
ließe sich sowohl wirtschaftlich tragfähig wie auch
gemeinwohlbezogen arbeiten, wie hochkarätige Fachleute dem Land
bereits mehrfach attestiert haben.
Ein ausschließlich auf Rendite getrimmtes
„Unternehmen Landeswald“, wie es GmbH oder Aktiengesellschaft
darstellen würden, wäre jedoch als Kaufobjekt für Rentenfonds oder
Zellstoffkonzerne erst richtig interessant. Die gewünschte
Beteiligung privaten Kapitals zeigt überdeutlich, wohin die Reise
gehen soll.
Das Bündnis Wald fordert die Landesregierung auf,
die Öffentlichkeit nicht länger hinters Licht zu führen. Die
verantwortungslosen Gedankenspiele, in denen leichtfertig die
Zukunft unseres Landeswaldes - als Natur-, Kultur- und
Wirtschaftsgut gleichermaßen unverzichtbar - aufs Spiel gesetzt
werden, müssen endlich ein Ende finden! Der Landeswald muss, so die
einhellige Meinung nicht nur aller im Bündnis Wald
zusammengeschlossenen Verbände, sondern auch des weit überwiegenden
Teils der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, weiterhin alle
Funktionen für das Allgemeinwohl erfüllen können.
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Holz-Zentralblatt am 30. Juni 2006
Entscheidung über
Zukunft des Landeswalds vertagt
Erholung, Naturschutz, Umweltbildung, naturnaher Waldbau:
Der Landeswald muss unser aller Wald bleiben!
Wälder erfüllen für Mensch und Natur unverzichtbare Aufgaben. Sie liefern nicht nur den
umweltfreundlichen Rohstoff Holz, sondern schützen auch unser Klima, gewähren Tieren und Pflanzen vielfältigen
Lebensraum und sind für den Menschen Ort der Ruhe und Erholung. Sie dienen damit dem allgemeinen Wohl aller
Bürger und Bürgerinnen und sind folglich weit mehr als Holzproduktionsstätten.
Gerade der Staatswald
hat - gesetzlich vorgeschrieben - die Gemeinwohlbelange in einem Maße zu wahren, wie es den privaten Waldeigentümern
nicht abverlangt werden kann. Er gewährleistet Biotop- und Artenschutz in besonderer Weise, bietet hochwertigen
Erholungsraum für alle Bürger und Bürgerinnen u.a. durch ein gepflegtes Wegenetz, engagiert sich in der
Umweltbildung und heißt Waldkindergärten willkommen. Die Landesforstverwaltung ist sich ihrer außerordentlichen
Verpflichtung für Naturschutz, Waldpädagogik und Erholung bewusst und nimmt in dieser Hinsicht dem Privatwaldbesitz
Aufgaben ab, die dieser in seinen wirtschaftlichen Zwängen nicht erfüllen kann.
Doch die vorbildliche Verknüpfung
von Ökologie, Erholung und Umweltbildung mit naturnaher Waldwirtschaft steht jetzt auf dem Spiel. Denn die
Landesregierung plant, den landeseigenen Wald entweder an einen Großinvestor zu verkaufen oder ihn in einen
reinen Wirtschaftsbetrieb umzuorganisieren. Sowohl bei einer Privatisierung, wie auch unter einer rein
produktionsorientierten Betriebsform ist ein massiver Abbau der Gemeinwohlleistungen zu erwarten.
Wir,
die Unterzeichner dieser Erklärung, verlangen, dass der Landeswald die Gemeinwohlaufgaben auch zukünftig in
besonderem Maße erfüllen muss und nicht nach hauptsächlich ökonomischen Aspekten bewertet wird. Dabei sehen wir
durchaus die Verpflichtung der Landesforstverwaltung, angesichts der angespannten Haushaltslage weiterhin
Einsparpotentiale zu nutzen. Kabinett und Landtag haben jedoch die gesellschaftliche Verpflichtung, Finanzmittel
dafür bereit zu stellen, dass auch zukünftig die Gemeinwohlleistungen einen gewichtigen Schwerpunkt in der Arbeit
der Landesforstverwaltung bilden können.
Deswegen fordern wir die Landesregierung auf, von ihren Plänen zur
Privatisierung bzw. einer übermäßigen Ökonomisierung abzusehen und sich wie bisher zur Verantwortung für
ihren - unseren! - Wald zu bekennen. Denn der Landeswald ist unser aller Wald - und er ist weitaus mehr als
seine Holzvorräte!
Gemeinsame Erklärung vom 26. April 2006. Dem
Bündnis gehören unter anderem an: B.U.N.D.-Schleswig-Holstein, NABU,
Bund Deutscher Forstleute, IG BAU, WWF und Gollnest & Kiesel.
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Heinz Maurus, Chef der
Staatskanzlei, im Auftrag des Ministerpräsidenten des Landes
Schleswig-Holstein , Peter-Harry Carstensen
Herr Ministerpräsident Carstensen dankt Ihnen
für Ihre E-Mails vom 18. und 26. Januar 2006, in denen Sie zu Fragen
der Organisation und Rechtsform des Landeswaldes Stellung nehmen.
Der Ministerpräsident hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.
Die Landesregierung hat sich auf der Basis der
Ergebnisse einer in der Landesverwaltung durchgeführten
Aufgabenkritik am 24. Januar 2006 mit sehr grundlegenden Fragen, die
unser Land betreffen, auseinandergesetzt. So wurden angesichts einer
jährlichen Nettoneuverschuldung von zuletzt rd. 1,5 Mrd. €
durchgreifende Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung erörtert.
Eingehend wurde diskutiert, welche Kernaufgaben der Staat als
elementare Daseinsvorsorge weiterhin zu erfüllen hat, welche
Aufgaben dagegen entfallen und welche gegebenenfalls ausgegliedert
und zur effizienteren Erledigung Dritten übertragen werden können.
In dieser Sitzung hat sich die Landesregierung
ausführlich mit dem Forstbereich auseinander gesetzt. Im Zuge dieser
Beratungen hat sich das Kabinett für einen Prüfauftrag
ausgesprochen, wonach Möglichkeiten und Chancen für einen Verkauf
der Landesforsten von einer unabhängigen Institution geprüft werden
sollen. Alternativ sind andere Rationalisierungs- und
Umorganisationsmöglichkeiten vorzubereiten.
Betonen möchte ich, dass diese Neuausrichtung der
Forstpolitik in keiner Weise Kritik an den bisherigen Leistungen der
Landesforstverwaltung bedeutet. Vielmehr ist aufgrund der äußerst
schwierigen Haushaltssituation des Landes ein deutlicher
Personalabbau, unabhängig von der Frage einer möglichen
Privatisierung, unausweichlich. Aus diesem Grund wird auch in
anderen Bereichen der Landesverwaltung eine Senkung der
Personalkosten angestrebt.
Ungeachtet dessen wird die Förderung der
Neuwaldbildung auch weiterhin ein Ziel der Landesregierung bleiben,
wenn gleich der Schwerpunkt künftig auf dem Anreiz privater Projekte
liegen muss. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen für Ihre
Initiativen und finanziellen Hilfen bei der Neuwaldbildung sehr
herzlich danken.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch künftig
Ihre enge Verbindung zum Wald in Schleswig-Holstein
aufrechterhielten und wünsche Ihnen für Ihr Unternehmen weiterhin
viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Maurus
nach oben
Rainer Wiegard, Finanzminister des Landes
Schleswig-Holstein am 24. März 2006 zur Einstellung der
Waldförderung
mit Bedauern habe ich zur Kenntnis genommen, dass
Sie die Beschlüsse der Landesregierung, Verwaltung insgesamt
schlanker und kostengünstiger zu gestalten, zum Anlass genommen
haben, Ihr Engagement für die Neuwaldbildung in Schleswig-Holstein
einzustellen. In meinem Schreiben vom 6. März 2006 habe ich Ihnen
die Hintergründe für die Entscheidungen erläutert und auch für die
weiter bestehende Sicherstellung der Allgemeinwohlfunktionen des
Waldes hingewiesen. Auch der Privatwald erfüllt Funktionen für das
Allgemeinwohl, dies sollte ebenfall anerkannt werden.
Die am 14. März 2006 vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen zur
Konsolidierung des Landeshaushalts bedeuten für die von Einsparungen
Betroffenen erhebliche Einschnitte, dies zeigt nicht zuletzt die
Vielzahl der Pressemitteilungen und Gespräche, die zurzeit
stattfinden. Diese Sparmaßnahmen sind ein wichtiger Beitrag zur
grundlegenden Umsteuerung und Struktur der öffentlichen Haushalte in
Schleswig-Holstein, die dem Ziel dient, die Zukunftsfähigkeit des
Landes zu sichern und die politische Handlungsfähigkeit zu erhalten.
Weitgehende Sparmaßnahmen sind unumgänglich und verlangen den
Menschen und Organisationen, die im Alltag Verzicht üben müssen
zugunsten einer längerfristigen Perspektive, ein Höchstmaß an
Gemeinsinn ab.
Ein hoher Gemeinsinn ist eine der Stärken unseres Landes, wie u. a.
die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger und
auch Ihr Engagement in der Vergangenheit belegen. Deshalb bin ich
mir sicher, dass die anstehenden Probleme des Landes gemeinsam
lösbar sind.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Wiegand
Finanzminister
nach oben
Rainer Wiegard,
Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein am 06. März 2006
Ich danke Ihnen für Ihre mail vom 24. Januar
2006, in der Sie sich kritisch mit den Ergebnissen der
Aufgabenkritik im Bereich der Forstverwaltung des Landes
Schleswig-Holstein auseinandersetzen. Inhaltsgleiche Schreiben hat
Ihr Haus ebenfalls an den Ministerpräsidenten gesendet, auf die der
Chef der Staatskanzlei Herrn Heinz Maurus geantwortet hat.
Ich schließe mich den Ausführungen von Herrn Maurus vollinhaltlich
an und möchte besonders die Notwendigkeit der Konsolidierung des
Landeshaushaltes unterstreichen. Angesichts einer jährlichen
Nettoneuverschuldung von zuletzt rd. 1,5 Mrd € gibt es keine
Alternativen zur umfassenden Reorganisation und Verschlankung der
Verwaltung. Im Kabinett wurde eingehend diskutiert, welche
Kernaufgaben der Staat als elementare Daseinsvorsorge weiterhin zu
erfüllen hat, welche Aufgabe dagegen entfallen und welche
gegebenenfalls ausgegliedert und zur effizienteren Erledigung
Dritten übertragen werden können. Die nichthoheitlichen Aufgaben,
die die Landesforstverwaltung bislang erfüllt, wurden dabei
ausführlich erörtert. Das Kabinett hat beschlossen, dass es sich
dabei nicht um Kernaufgaben des Staates handelt, die mit Schulden
finanziert werden können. Die von Ihnen angesprochenen
Allgemeinwohlfunktionen, die der Wald erfüllt, bleiben auch bei
einer Privatisierung der Landesforsten bestehen. Dies ist im
Landeswaldgesetz ausdrücklich geregelt.
Ich hoffe, dass die vielfältigen Maßnahmen zur Entbürokratisierung,
die im Rahmen der Aufgabenkritik beschlossen wurden, auch Ihrem
Unternehmen zugute kommen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rainer Wiegard
Finanzminister
nach oben
Dr. Johann David Wadephul,
Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag S-H
vielen Dank für Ihre E-Mails vom 17. und 26.
Januar des Jahres, aus denen Ihre Sorge um den Erhalt des
landeseigenen Waldes hervorgeht.
Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die
katastrophale finanzielle Situation des Landes. Bei einem
Haushaltsvolumen von rund 8,2 Milliarden Euro, einer
Nettoneuverschuldung von über 1,5 Milliarden Euro und Zinszahlungen
von rund 900 Millionen Euro im Haushalt 2006, wird deutlich, wie
hoch der Handlungsdruck ist, wenn wir in unserem Land zukünftig
überhaupt noch etwas politisch bewegen wollen. Daher ist es geboten,
alle Möglichkeiten zur Haushaltssanierung zu nutzen. Staatssekretär
Klaus Schlie wurde deshalb vom Kabinett beauftragt, eine
detaillierte und tabulose Aufgabenkritik vorzunehmen. Dabei werden
alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt, so auch die Landesforsten.
Weder politisch noch fachlich ist die
Diskussion über einen vollständigen Teilverkauf des Landeswaldes in
Schleswig-Holstein abgeschlossen. Grundsätzlich lässt der zwischen
CDU und SPD geschlossene Koalitionsvertrag die Veräußerung
unwirtschaftlicher und entbehrlicher landeseigener Grundstücke -
insbesondere Splitterwaldbesitz - zu.
Eine vom Landwirtschaftsminister eingesetzte
Expertenkommission hat die Aufgabe, verschiedene Optionen zu prüfen.
So ist auch zu ermitteln, ob eine Rechtsformänderung der
Bewirtschaftung zu einer Verringerung des Zuschussbedarfs aus der
Landeskasse führen kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem
vorhandenen Personal in den Landesforsten. Weder Verunsicherungen
noch mangelnde Perspektiven sind förderlich und daher zu vermeiden.
Erst nach Abarbeitung der Prüfaufträge durch
die Expertenkommission wird es möglich sein, das weitere Vorgehen
festzulegen. Bis dahin besteht weiterer Informations- und
Diskussionsbedarf.
Ohne Veränderung wird ein wirtschaftlicher
Betrieb der Landesforsten nicht möglich sein. Ein "weiter so wie
bisher" wird es daher nicht geben. Die Politik wird nach Vorliegen
aller Entscheidungsgrundlagen zu verantwortungsvollen und
tragfähigen Schlüssen kommen. Im Mittelpunkt steht die Sicherung der
Nachhaltigkeit des Waldes in Schleswig-Holstein. Daran werden wir
festhalten.
Mitfreundlichen Grüßen
Johann Wadephul
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SPD-Fraktion im Landtag S-H
am 18.01.2006
Unser Land ist das weitaus waldärmste
Flächenland in Deutschland mit immer noch nur etwa 10 % Waldanteil.
Der Wald spielt für alle Menschen eine bedeutsame Rolle für den
Klima-, Erosions-, Grundwasser- und Lärmschutz ebenso wie im
Tourismus und Naturschutz Schleswig-Holsteins, da er natürlicher
Lebensraum für den größten Teil unserer heimischen Tier- und
Pflanzenwelt ist.
Diese Aussagen zu den Gemeinwohlfunktionen des
Waldes haben wir im Koalitions- vertrag mit der CDU vereinbart. Umso
unverständlicher ist daher, dass nun im Zusammenhang mit den uns
zwar noch nicht vorliegenden, aber schon öffentlich diskutierten
Vorschlägen aus dem Schlie-Papier" offenbar viele Leistungen
des Landeswaldes und der dort arbeitenden Förster zur Disposition
gestellt werden sollen.
Wir als SPD-Fraktion halten an der
Gleichrangigkeit der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes
fest. Wie die aktuelle Diskussion zeigt, gerät die
Allgemeinwohlorientierung des Waldes zusehends zugunsten
betriebswirtschaftlicher Erwägungen in den Hintergrund. Wer den Wald
in seiner Bedeutung ausschließlich in abzuholzenden Kubikmetern
misst, hat den Begriff der Nachhaltigkeit mit seiner ökologischen
und sozialen Bedeutung gründlich missverstanden.
Der Landeswald hat eine wichtige
Vorbildfunktion für den Kommunal- und Privatwald.
Deshalb haben wir Verständnis für den
Widerstand vieler Menschen gegen die Privatisierungsvorschläge im
Schlie-Papier, die die Leistung aller staatlichen Förster in der
Bildungs-, Kinder- und Jugendarbeit ins Abseits stellen wollen.
Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit
den Landesförstern viel erreicht und werden dafür sorgen, dass auch
weiterhin Waldpädagogik, Waldkindergärten und andere Formen der
Bildung für nachhaltige Entwicklung stattfinden. Es kann nicht unser
Ziel sein, im Landeswald eine betriebswirtschaftliche schwarze
Null" zu erreichen und dabei die Allgemeinwohlfunktion über Bord zu
werfen. Wir respektieren die Leistungsfähigkeit des Privatwaldes und
werden ihn gleichwertig zum Landeswald fördern und behandeln. Aber:
Ein massiver Verkauf von Flächen des Landeswaldes ist mit uns nicht
zu machen. Allenfalls können, wie im Koalitionsvertrag verankert,
unwirtschaftliche und entbehrliche landeseigene Grundstücke,
insbesondere Splitterwaldbesitz, veräußert werden. Dies gilt aber
nicht, wenn ein besonderes Allgemeininteresse vor- liegt.
In den letzten Jahren wurde ständig über die
Organisationsform der Landesforstverwaltung diskutiert und diese neu
strukturiert. Laut Koalitionsvertrag soll dies mit der Prüfung eines
Landesbetriebes in öffentlicher Hoheit weitergeführt werden. Für uns
ist diese Diskussion nicht vorrangig.
Wir stehen dafür ein, dass die in
Schleswig-Holstein vergleichsweise kleine und leistungsfähige
Landesforstverwaltung nicht ständig durch Einsparvorgaben beim
Personal und bei den Mitteln für Natur- und Umweltschutz in ihrer
Arbeit eingeschränkt wird.
nach oben
Lothar Hay,
Fraktionsvorsitzender der SPD im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
30.01.2006
ich bedanke mich für Ihre Mail vom 26.01.2006
zum Erhalt des Staatswaldes in Schleswig-Holstein. Sie hatten von
meiner Pressesprecherin auf Ihre erste Mail vom 18.01.2006 hin
bereits im Namen aller Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion eine
Antwort erhalten, in der wir uns klar gegen eine Privatisierung des
Staatswaldes ausgesprochen hatten.
Nach den Beschlüssen der Landesregierung zum
so genannten "Schlie-Bericht" - der meiner Fraktion im Übrigen noch
nicht vorliegt - am 24.01.2006 möchte ich klarstellen:
Der Koalitionsvertrag zwischen der SPD und der CDU deckt einen
Verkauf des Staatswaldes in Schleswig-Holstein nicht ab. Wir werden
daher einen flächendeckenden Verkauf nicht mittragen und halten an
er Gleichrangigkeit der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des
Waldes fest. Das gilt in besonderer Weise für den Landeswald, der
eine wichtige Vorbildfunktion für den Kommunal- und Privatwald hat.
Die Landesregierung hat beschlossen, parallel
zur Sondierung nach Möglichkeiten zur Privatisierung auch eine
Neuorganisation der Landesforsten in eine andere Rechtform
vorzubereiten. Dieser Weg hin zu einer betriebswirtschaftlich
optimalen Organisation ist vom Koalitionsvertrag abgedeckt und kann
von uns unterstützt und mitgestaltet werden.
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Karl-Martin Hentschel, stellv.
Fraktionsvorsitzender Die Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag
vielen Dank für Ihr Schreiben. Wir tuen was wir können.
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Jan-Hendrik Strunk, wissenschaftlicher Assistent
der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag
herzlichen Dank für Ihre Mail vom 18.01.2006. Ich bin gebeten
worden, diese zu beantworten.
Ich bedaure, dies erst jetzt tun zu können, da der so genannte
Schlie-Bericht erst seit kurzem der Fraktion vorliegt und erst
abgewartet wurde, ob die Landesregierung tatsächlich zu der
Auffassung gelangt ist, den Staatswald zu privatisieren. Wie der
Schlie-Bericht nun feststellt, hat sich die Landesregierung
tatsächlich dazu entschlossen, den nicht hoheitlichen Bereich der
Forstverwaltung zu privatisieren.
Die FDP-Fraktion bedauert diesen Beschluss und wird versuchen,
ihn in der politischen Diskussion umzukehren. Dies bedarf allerdings
ebenfalls der Unterstützung aus der Bevölkerung. Insbesondere wegen
ihrer Bedeutung als Erholungsgebiete, Wasserspeicher etc. hat sich
aus unserer Sicht das Land nicht völlig aus der Verantwortung für
die schleswig-holsteinischen Wälder heraus zu nehmen. Wie Sie
richtig ausführen, ist es sinnvoll ein System weiter zu erhalten, in
dem sich private und öffentliche Wälder ergänzen.
Nur zur Kenntnisnahme füge ich Ihnen den Entwurf für ein
Waldgesetz der FDP-Landtagsfraktion bei, der sich zur Zeit in der
Diskussion im Ausschuss befindet und den Erhalt diese "dualen
Systems" vorsieht.
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FDP - Fraktion: Antrag zum Erhalt des
Landeswaldes
Zur Diskussion um die Pläne der Landesregierung, den Landeswald
zu verkaufen, erklärte der umwelt- und agrarpolitische Sprecher der
FDP-Landtagsfraktion, Günther Hildebrand:
"Der Landtag wird sich in seiner nächsten Tagung mit dem Erhalt des
Landeswaldes beschäftigen. Die FDP-Fraktion wird einen Antrag
einbringen, in dem sich der Landtag für den Erhalt des Staatwaldes
beim Land einsetzt", kündigte Hildebrand an.
"Der Landeswald ist und bleibt eine öffentliche Aufgabe. Neben der
Bewirtschaftung sind insbesondere die Erholung und der Naturschutz
sowie Waldpädagogik und Bildungsarbeit zugunsten der Bevölkerung im
und durch den Landeswald sicherzustellen. Der Landeswald hat hier
eine Vorbildfunktion", so Hildebrand weiter.
"Ein Teil des heutigen Baumbestandes des Landeswaldes ist durch
private Spender finanziert worden. Wie müssen sich diejenigen
fühlen, die durch ihr privates Engagement auch zum Wertgewinn des
Staatswaldes beigetragen haben, wenn das Land ihre Spende nun
versilbert? Privatem Engagement für die Natur wird durch einen
solchen Verkauf ein Bärendienst erwiesen", so Hildebrand
abschließend.
Anlage
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 16/
16. Wahlperiode 28.02.2006
Antrag
der FDP
Erhalt des Landeswaldes
Der Landtag wolle beschließen:
Der Schleswig-Holsteinische Landtag bekräftigt die Bedeutung des
Landeswaldes als Wirtschaftsfaktor, für den Naturschutz, für
Tourismus und Naherholung sowie die Bildungsarbeit und
Waldpädagogik.
Der Landtag unterstreicht dabei die besondere Vorbildfunktion des
Landeswaldes für den Kommunal- und Privatwald insbesondere bei der
Wahrung der Umwelt- und Erholungsbelange sowie im Bereich der
Umweltbildung.
Der Landtag bekräftigt, dass der Landeswald öffentliche Aufgabe ist.
Neben der Bewirtschaftung sind insbesondere Erholung und Naturschutz
sowie Waldpädagogik und Bildungsarbeit zugunsten unserer Kinder und
Jugendlichen im und durch den Landeswald sicherzustellen.
Der Schleswig-Holsteinische Landtag würdigt insbesondere auch die
waldpädagogischen Leistungen der Landesforstverwaltung.
Aus diesen Gründen spricht sich der Schleswig-Holsteinische Landtag
für den Verbleib des Landeswaldes im Landesvermögen und seinen
Erhalt als öffentliche Aufgabe aus.
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Kieler Nachrichten 20.01.2006
|
Kiel – Alle vier ehemaligen Umweltminister
haben an die Landesregierung appelliert, den Nationalpark und
den Immissionsschutz in der Verantwortung des Landes zu
belassen. Nach der Kritik am Rückzug auf Eiderstedt hat die SPD
jetzt auch verärgert auf Pläne zur Privatisierung der
Landesforsten reagiert.
"Aus der Erfahrung von siebzehn Jahren, die wir zusammen in der
Umweltpolitik Verantwortung getragen haben, möchten wie Sie sehr
dringlich bitten, sich für die Fortsetzung der
Landesverantwortung in diesen beiden Bereichen zu entscheiden",
heißt es im dreiseitigen "Offenen Brief", den Prof. Berndt
Heydemann, Edda Müller, Rainder Steenblock und Klaus Müller an
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und seine
Stellvertreterin Ute Erdsiek-Rave (SPD) geschrieben haben.
Die vier ehemaligen Umweltminister halten eine Landesbehörde für
den überregional bedeutsamen Nationalpark für unverzichtbar.
Eine Kommunalisierung des Nationalparkamtes würde
Schleswig-Holstein ihrer Ansicht nach bundesweit isolieren und
wäre auch für den Tourismus schädlich. Insbesondere beim
Immissionsschutz müsse es einen einheitlichen Landesvollzug
geben. Es dürfe keinesfalls zu unterschiedlichen Bewertungen in
verschiedenen Kommunen kommen. "Wir teilen hier die berechtigten
Befürchtungen der Wirtschaft, dass nach einer Kommunalisierung
und möglichen Aufteilung der Ämter längere Genehmigungszeiten,
höhere Kosten für die Unternehmen und weniger Umweltschutz" die
Folge wäre, heißt es im Brief.
Die vier bezeichnen die geplante Neuordnung der
Aufgabenverteilung zwischen Land und Kommunen als "stark in die
Zukunft wirkendes Vorhaben" und nennen es notwendig, dass sich
die Umweltverwaltung an der Haushaltskonsolidierung beteiligt.
Dazu habe gerade die Bündelung zahlreicher Ämter wie im
Landesamt für Natur und Umwelt (LANU) und dem Landesbetrieb
Landeslabore sowie die Reform der Landesforstverwaltung
beigetragen.
Die Pläne zur Privatisierung der Landesforsten haben auch in der
SPD-Fraktion Protest hervorgerufen. Sandra Redmann und Konrad
Nabel verweisen darauf, dass die Bedeutung des Waldes für den
Klima-, Erosions-, Grundwasser- und Lärmschutz sowie im
Tourismus und Naturschutz im Koalitionsvertrag stehe: "Umso
unverständlicher ist daher, dass nun im Zusammenhang mit den uns
zwar noch nicht vorliegenden, aber schon öffentlich diskutierten
Vorschlägen aus dem Schlie-Papier offenbar viele Leistungen des
Landeswaldes und der dort arbeitenden Förster zur Disposition
gestellt werden sollen."
Zurückhaltender äußerte sich SPD-Fraktionschef Lothar Hay: "Wir
werden alle Vorlagen und Vorschläge daraufhin überprüfen, ob sie
durch den Koalitionsvertrag gedeckt sind." Er bekräftigte das
Ziel, "einen Großteil" der Landesaufgaben auf die kommunale
Ebene zu geben. Beim Thema Immissionsschutz sollten aber die
Argumente der Wirtschaft ernst genommen und bei der Ausweisung
von Vogelschutzgebieten müssten Strafzahlungen an die EU
vermieden werden. <7span>
Kritik an der Umweltpolitik der großen Koalition gab es außer
von den Naturschutzverbänden auch von einem Sponsor. Die
Gollnest&Kiesel KG in Güster bei Mölln, eines der führenden
Unternehmen für Holzspielzeug in Europa und großer Förderer von
Neuanpflanzungen, lehnt eine Privatisierung ab: "Wir haben die
Bäume in dem Bewusstsein gespendet, öffentlichen Wald zu fördern
und sehen in unseren Spenden eine Investition in die Umwelt und
Lebensumstände zukünftiger Generationen." Wald sei ein über
Generationen angelegtes Projekt, das nicht ausschließlich den
kurzfristigen Verwertungsinteressen privater Unternehmen
überantwortet werden dürfe.
Von Thomas Christiansen
nach oben |
Peter Eichstädt, MdL,
19.01.2006
ich habe natürlich auch von einem
entsprechenden Vorschlag gehört, der in dem Schlie - Papier
enthalten sein soll. Bisher ist das Papier dem Landtag aber noch
nicht zugeleitet worden, so dass wir als Abgeordnete auf
Informationen aus zweiter oder dritter Hand angewiesen sind.
Deshalb würde ich gerne mit einer Stellungnahme warten, bis der
Bericht vorliegt. Er wird dem Innen- und Rechtsausschuss, dessen
Mitglied ich bin, am Mittwoch nächster Woche erstmals vorgestellt.
Etwa 800 Seiten müssen dann gelesen und bewertet werden.
Meine Fraktion hat sich, auf die Frage einer
möglichen Privatisierung von Schleswig - Holsteinischen
Wäldern aber bereits geäußert und dieses abgelehnt. Ich schicke
Ihnen in der Nachfolge diese PN.
Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst
geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Eichstädt
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Handelshaus G. Gollnest & F.-R. Kiesel KG
Öffentlichkeitsarbeit
Helmut Roloff
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