Presse

Pressekontakt:
 
Helmut Roloff
 Roseburger Straße 30
 21514 Güster
 Fon: 04158 8822-16
 Fax: 04158 8822-55
 Mail: Pressestelle

über Puppenhäuser, Hühner, Eier und  volkswirtschaftliche Zusammenhänge

Huhn oder Ei

(Güster, August 2004)

Wer war eigentlich zuerst da, das Huhn oder das Ei? Wir wissen es nicht. Und sein wir mal ehrlich – es interessiert uns auch insofern nicht, als die Antwort den Lauf des täglichen Lebens ohnehin wohl kaum beeinflussen dürfte.

Werfen wir einen Blick auf eine ganz andere Frage z.B. die: Wer war eigentlich zuerst da, die Discounter oder die Arbeitslosigkeit? Sicher ahnen Sie schon worauf das hier hinauslaufen soll – aber es stimmt nun mal – zuerst kamen die Discounter, dann die Arbeitslosen. Wer einen Zusammenhang vermutet, der liegt so falsch nicht, denn genau genommen gibt es auf mittlere Sicht ‚billig’ immer dann, wenn es auch einen ‚Verlierer’ gibt.

Alldieweil jede Aktion z.B. eines Lebensmitteldiscounters auch Arbeitsplätze kostet.

Nehmen wir einmal eine Puppenhausaktion. 30.000 Puppenhäuser gehen da mit kleiner aber feiner Marge über das Laufband. Schnelles Geld, kein Schnickschnack, alle völlig gleich, Qualität, Design – na ja. Ein Großteil des Marktes ist gesättigt – der Hang zum Zweitpuppenhaus eher gering. Dem Facheinzelhandel fehlt dieser Umsatz und nicht nur dem! Jeder Discounter zieht ‚seine’ Spielwarenaktionen durch. Auf der Strecke bleiben Einzelhändler, Großhändler, Produzenten. Die Schnäppchenjäger klatschen in die Hände, fragen sich allerdings, weshalb sie in der Zeit der „tausend Schnäppchen“ immer weniger Geld in der Tasche haben!

Die Antwort ist aus volkswirtschaftlicher Sicht ganz einfach: Der Schnäppchenjäger muss natürlich für die Arbeitslosen auch aufkommen. Und da der volkswirtschaftliche Schaden größer ist als der Vorteil aller Schnäppchen, wird die Sache teuer. Denn es verdient ja nur noch einer: der Discounter, und der schafft durch seine eingeschränkte steuerliche Aktivität keinen ‚Schadensersatz’.

Wer selber ein vernünftiges Einkommen für seine Arbeit bekommen möchte, kann doch nicht allen Ernstes glauben, er könnte auf der anderen Seite durch Discountmentalität oder Geiz einen Vorteil erlangen – so funktionieren Volkswirtschaften wirklich nicht. Diese „Gib mir 20,00 € für die Stunde, wenn ich bei dir arbeite -  kommst du zu mir, kriegst du 10,00 €“ -Mentalität ist arm und macht auf Dauer arm.

Nun sind wir doch alle nicht nur als Händler betroffen, wir sind doch auch Verbraucher – wir sollten uns verstärkt Gedanken darüber machen, was wir bei wem kaufen.

Denn letztendlich entscheidet einzig und allein der Verbraucher als Bürger über den Zustand unseres Staates. Hört sich merkwürdig an – ist aber so.

Wirklich beruhigend zu wissen, dass nicht alle Probleme so kompliziert sind wie das mit dem Huhn und dem Ei.

Gerhard Gollnest

Geschäftsführender Gesellschafter

Handelshaus G. Gollnest & F.-R. Kiesel KG
Öffentlichkeitsarbeit
Helmut Roloff
Roseburger Straße 30
21514 Güster

Telefon 04158/8822-0 · Telefax 04158/8822-22
e-Mail: Pressestelle