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über Puppenhäuser, Hühner, Eier und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge Huhn oder Ei
(Güster, August 2004)
Wer war eigentlich zuerst da, das Huhn oder
das Ei? Wir wissen es nicht. Und sein wir mal ehrlich – es
interessiert uns auch insofern nicht, als die Antwort den Lauf des
täglichen Lebens ohnehin wohl kaum beeinflussen dürfte.
Werfen wir einen Blick auf eine ganz andere Frage
z.B. die: Wer war eigentlich zuerst da, die Discounter oder die
Arbeitslosigkeit? Sicher ahnen Sie schon worauf das hier
hinauslaufen soll – aber es stimmt nun mal – zuerst kamen die
Discounter, dann die Arbeitslosen. Wer einen Zusammenhang vermutet,
der liegt so falsch nicht, denn genau genommen gibt es auf mittlere
Sicht ‚billig’ immer dann, wenn es auch einen ‚Verlierer’ gibt.
Alldieweil jede Aktion z.B. eines
Lebensmitteldiscounters auch Arbeitsplätze kostet.
Nehmen wir einmal eine Puppenhausaktion. 30.000
Puppenhäuser gehen da mit kleiner aber feiner Marge über das
Laufband. Schnelles Geld, kein Schnickschnack, alle völlig gleich,
Qualität, Design – na ja. Ein Großteil des Marktes ist gesättigt –
der Hang zum Zweitpuppenhaus eher gering. Dem Facheinzelhandel fehlt
dieser Umsatz und nicht nur dem! Jeder Discounter zieht ‚seine’
Spielwarenaktionen durch. Auf der Strecke bleiben Einzelhändler,
Großhändler, Produzenten. Die Schnäppchenjäger klatschen in die
Hände, fragen sich allerdings, weshalb sie in der Zeit der „tausend
Schnäppchen“ immer weniger Geld in der Tasche haben!
Die Antwort ist aus volkswirtschaftlicher Sicht ganz
einfach: Der Schnäppchenjäger muss natürlich für die Arbeitslosen
auch aufkommen. Und da der volkswirtschaftliche Schaden größer ist
als der Vorteil aller Schnäppchen, wird die Sache teuer. Denn es
verdient ja nur noch einer: der Discounter, und der schafft durch
seine eingeschränkte steuerliche Aktivität keinen ‚Schadensersatz’.
Wer selber ein vernünftiges Einkommen für seine
Arbeit bekommen möchte, kann doch nicht allen Ernstes glauben, er
könnte auf der anderen Seite durch Discountmentalität oder Geiz
einen Vorteil erlangen – so funktionieren Volkswirtschaften wirklich
nicht. Diese „Gib mir 20,00 € für die Stunde, wenn ich bei dir
arbeite - kommst du zu mir, kriegst du 10,00 €“ -Mentalität
ist arm und macht auf Dauer arm.
Nun sind wir doch alle nicht nur als Händler
betroffen, wir sind doch auch Verbraucher – wir sollten uns
verstärkt Gedanken darüber machen, was wir bei wem kaufen.
Denn letztendlich entscheidet einzig und allein der
Verbraucher als Bürger über den Zustand unseres Staates. Hört sich
merkwürdig an – ist aber so.
Wirklich beruhigend zu wissen, dass nicht alle
Probleme so kompliziert sind wie das mit dem Huhn und dem Ei.
Gerhard Gollnest
Geschäftsführender Gesellschafter
Handelshaus G. Gollnest & F.-R. Kiesel KG
Öffentlichkeitsarbeit
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