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Das Handelshaus Gollnest & Kiesel hat eine
Meinung: Find‘ ich nicht gut!
(Güster, Februar 2004)
Oft sind es die kleinen, versteckten
Meldungen in den Tageszeitungen, die unsere Aufmerksamkeit verdient
hätten. Da wird zum Beispiel berichtet, der Otto-Versand habe für
sein Versandzentrum in Haldensleben/Sachsen-Anhalt bei einem
Gesamtinvestitionsvorhaben von 116 Millionen Euro 27,4 Millionen
Euro öffentliche Mittel erhalten. Es handele sich dabei um Landes-
und Bundesfördermittel für die dritte Ausbaustufe des
Versandzentrums, genehmigt von Brüssel, nachdem man sich dort habe
versichern lassen, diese Subvention übe keinen negativen Einfluss
auf den Wettbewerb aus.
Dem Wettbewerb ist kein Schaden entstanden? Wie
man’s nimmt.
Seit 1994 erhält Otto vermutlich Subventionen in
beträchtlichem Umfang. Damals wurden in diesen Standort rund 270
Mio. Euro investiert. Die Höhe der Subventionszahlungen waren weder
beim Landesförderinstitut noch bei Otto zu erfahren.
Inzwischen veröden die Innenstädte. Fachgeschäfte
schließen, das Warenangebot der verbliebenen Ketten wird immer
übersichtlicher und einheitlicher. Es macht keinen Unterschied mehr,
in Lübeck, Oberhausen oder München einkaufen zu gehen.
Die Subventionsvergabe verläuft nach Regeln, die dem
kleinen und mittelständischen Einzelhandel oft undurchschaubar
erscheinen müssen. Mittel für notwendige Investitionen werden ihm
zunehmend von Banken verweigert , deren Geschäftskundenbetreuer
immer öfter Angst haben, ihren Job verantwortungsvoll auszuüben.
Otto ist auch Einzelhandel, spielt aber in einer anderen Klasse. Der
erhält Subventionen aus Steuergeldern der kleinen und mittleren
Betriebe, bedankt sich freundlich und macht dann seine Gönner platt.
Rund 60 Milliarden Euro Subventionen werden in
diesem Jahr über die Republik ausgeschüttet. Subventionen schaden
dem Wettbewerb, weil sie den stärken, der sie erhält und den
schwächen müssen, der die Subventionen an seine Mitbewerber durch
Steuerzahlungen finanziert. Die Folgen sind Schwächung des
Mittelstands und Minderung der Angebotsvielfalt für den Verbraucher.
Geld ist genug vorhanden. Subventionen sprechen dem
Menschen die Fähigkeit ab, über die Verwendung seines Geldes selber
bestimmen zu können. Steuergelder werden in unvorstellbarem Maße
umverteilt und vernichtet.
Subventionen leisten dem Arbeitsplatzabbau Vorschub.
Wenn mit ihnen Großunternehmen am Markt gestärkt werden, gehen
qualifizierte Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen
Unternehmen verloren.
David konnte Goliath besiegen, weil er seine
Steinschleuder klug einzusetzen wusste. Wenn Subventionen ihm die
Steinschleuder nehmen und Goliath zukommen lassen, ist David
chancenlos.
Gerhard Gollnest
Geschäftsführender Gesellschafter
Handelshaus G. Gollnest & F.-R. Kiesel KG
Öffentlichkeitsarbeit
Helmut Roloff
Roseburger Straße 30
21514 Güster
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